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instinktives Bogenschießen

Details

Was ist instinktives Bogenschießen?  Wie kann man es erlernen?

der allgemein gängige und verwendete Begriff „Instinktives Bogenschießen „ ist meiner Meinung nach hier nicht richtig gewählt denn wir haben „leider“ keinen Instinkt der uns das Bogenschießen ermöglicht.
Was dem was wir tun möchten am nächsten kommt ist „intuitives Bogenschießen“.
Denn es ist Intuition die unsere Bogenhand auf das Ziel welches wir treffen möchten „zeigen“ lässt und es ist auch Intuition die unsere Hand dazu führt die Sehne loszulassen um den Pfeil ins Ziel zu schleudern.

Die Koordination von Hand und Auge. Diese „Technik“ erlernen wir kurz nach der Geburt.
Wir sehen etwas und greifen danach, wir sehen etwas und zeigen mit dem Finger darauf.
Die Hand-Auge-Koordination nutzen wir im Alltag immer wieder ganz bewusst oder unterbewusst. Nehmen wir einen Kugelschreiber zur Hand oder schalten das Licht ein, blättern eine Buchseite um, das alles geschieht fast automatisch. Wir müssen nicht darüber nachdenken wie weit wir den Arm heben oder senken müssen, wann wir die Finger etwas greifen lassen, das geschieht fast wie von selbst.
Der widerholte Ablauf um bestimmte Dinge zu tun wird unterbewusst gespeichert und beim nächsten Mal wieder abgerufen und genauso durchgeführt wie es erlernt wurde, es sei denn der Ablauf wird bewusst verändert.
Wenn wir einen Papierball in einen 5 Meter entfernten Papierkorb werfen wollen, werden wir ihn wahrscheinlich nicht gleich treffen, beim zweiten Wurf ist die Wahrscheinlichkeit schon um ein Vielfaches höher und beim dritten Wurf werden wir den Papierkorb mit größter Wahrscheinlichkeit treffen.
Dabei werden viele Informationen z.B. über Wurfstärke, Richtung, Winkel usw. unterbewusst verarbeitet, gespeichert und beim nächsten Wurf an das Bewusstsein weitergegeben.
Wenn wir nachts im Dunkeln den Lichtschalter betätigen werden wir Ihn wahrscheinlich sofort „finden“, ohne bewusst zu überlegen wo er sein könnte greifen wir an die richtige Position und schalten ihn ein.
Wer also immer wieder die gleiche Aktion ausführt bzw. trainiert, wird diese je nach Trainingsgrad immer schneller und präziser ausführen können. Diese Fähigkeit von Hand-Auge-Koordination verhilft uns beim intuitiven Bogenschießen das Ziel zu treffen ohne aktiv zielen zu müssen.
Wichtig dabei sind das Training und die mentale Einstellung.
Wenn wir immer wieder die gleiche Haltung in gleicher Entfernung zum Ziel einnehmen und somit immer wieder den gleichen Schuss vollziehen werden wir auch immer an die gleiche Stelle treffen- nämlich die wo wir hinsehen.
Nehmen wir an wir stehen 5 Meter von unserer Zielscheibe entfernt. Wir möchten einen Pfeil auf die Scheibenmitte schiessen- treffen über die Mitte, der nächste Pfeil wird schon näher an die Mitte heran kommen der nächste noch näher oder trifft womöglich genau die Mitte.
Was passiert? Wir möchten bewusst die Zielscheibenmitte treffen. Das Unterbewusstsein gibt u.A. Information über Handhaltung und Winkel an die Bogenhand weiter und lässt unsere Sehnenhand lösen wenn die Haltung erreicht ist. Das Bewusstsein prüft das Ergebnis. Fehlschüsse, also Schüsse die die Scheibenmitte nicht getroffen haben werden verworfen und nicht gespeichert. Wenn wir die Scheibenmitte getroffen haben speichert das Unterbewusstsein alle Informationen und wir können den Schuss immer wieder widerholen. Wenn wir diese Entfernung immer wieder trainieren festigen sich die benötigten Informationen und wir können aus dieser Entfernung immer wieder das Ziel genau treffen ohne Bewusst zu agieren.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das mentale Training während die praktischen Übungen durchgeführt werden. Dadurch können wir Bewegungsabläufe beschleunigen, präzisieren und besser speichern. Mentales Training ist sehr anstrengend und erfordert hohe Konzentration, deshalb sollte man es auch nur 3-5 Minuten pro Trainingseinheit anwenden. Mentales Training ist das intensive vorstellen eines Bewegungsablaufes ohne ihn tatsächlich auszuführen. Voraussetzung ist eine klare Bewegungsvorstellung.
Ein Beispiel für eine mentale Vorstellung beim Bogenschießen kann folgende sein:
ich überprüfe meinen Stand, ich stehe seitlich zum Ziel, mein rechter Fuß ist dem Ziel leicht zugewandt, ich stehe fest und sicher. Der Pfeil ist bereits auf die Sehne genockt, ich greife die Sehne mit den Fingerspitzen und fixiere den Pfeil unter dem Nockpunkt auf der Sehne. Meine Bogenhand umfasst den Griff locker aber bestimmt. Ich halte den Bogen in Vorspannung. Ich konzentriere mich auf das Ziel, fixiere das Kill alles um mich herum blende ich aus, ich sehe nur noch das Ziel. Ich atme gleichmäßig und ruhig. Ich atme ein während ich die Bogenhand hebe. Gleichmäßig spanne ich die Sehne und führe die Zughand in Richtung Mundwinkel. Alles passiert koordiniert und gleichmäßig. Ich spüre meinen Mittelfinger am Mundwinkel, die Zughand hat den Mundwinkel erreicht und ankert an ihrer Position. Der Bogen ist leicht angewinkelt, der Kopf ist leicht angewinkelt. Die Bogenhand hat ihre Position erreicht und „zeigt“ genau auf das Ziel. Die Bogenhand ist ganz ruhig, die Finger der Zughand öffnen sich langsam und gleichmäßig, ich löse, Bogenhand und Zughand verweilen noch einen Moment an ihrer Position. Der Pfeil schnellt auf das Ziel zu und trifft genau ins Kill. Ich entspanne mich, Bogenhand und Zughand nehme ich herunter, löse meinen Stand.

Mentales Training ohne eine nachfolgende praktische Kontrolle kann zur Entwicklung fehlerhafter Bewegungsabläufe führen. Das Mentale Training sollte nach der Aufwärmphase vor dem ersten Schuss durchgeführt werden. Keinesfalls vor jedem Schuss sondern während der Trainingseinheit nur wenn grundlegende Fehler vermutet werden oder zutreffen.

Es ist natürlich schön und abwechslungsreich auf verschiedene 3D-Ziele zu schießen und sein Können auszuloten oder unter Beweis zu stellen. Ein strukturiertes Training ist dabei aber nicht möglich. Um den Bewegungsablauf, die Haltung und das Ankern zu Trainieren und ggf. schnelle Erfolge zu verzeichnen kann folgender Trainingsablauf durchgeführt werden. Voraussetzung ist das Verständnis und Kenntnis des Bewegungsablaufs sowie der Haltung beim Bogenschießen.

Entfernung zur mind. 80cm Zielscheibe mit einer FITA-Auflage 5 Meter. Jetzt wird unter Berücksichtigung der richtigen Haltung und dem bewussten Ankern auf das Ziel geschossen. Solange bis eine ansehnliche Gruppe kleiner 20cm Durchmesser platziert werden kann (Um Beschädigungen am Pfeilmaterial zu vermeiden ist es empfehlenswert bei Entfernungen unter 15metern 3 Pfeile zu verwenden, bei Entfernungen über 15 Metern können 6 Pfeile geschossen werden). Danach wird die Distanz zum Ziel um 5Meter erhöht.
Wieder wird geschossen bis eine gute Gruppe platziert werden kann.
Danach geht man wieder auf die 5Meter Markierung zurück und schießt erneut eine enge Gruppe. Danach wieder auf 10 Meter bis eine Gruppe sicher geschossen werden kann. Danach erhöht sich die Entfernung zum Ziel um weitere 5Meter.
Ist das Ziel erreicht- also eine enge Gruppe wird wieder von 10 Metern geschossen dann von 15 Metern.
Je nach mentaler und physischer Verfassung kann dieses Training in einer Trainingseinheit durchgeführt werden.
In weiteren Trainingseinheiten wird das vorherige System wiederholt bis man aus jeder der gegebenen Entfernungen das Ziel sicher trifft.
Danach kann die Entfernung um 5Meter weiter erhöht und bis zu 50 Metern trainiert werden.
Jede Entfernung sollte ausgiebig und immer wieder trainiert werden, nur so kann man sicherstellen dass diese fest Programmiert und gespeichert bleibt. Hierbei wird ganz gezielt der Bewegungsablauf, die Haltung und das Ankern trainiert und gefestigt.

So manch einer könnte nun glauben dass es ja nun ziemlich einfach ist alle Ziele aus den gegebenen Entfernungen genau zu treffen, denn Ihr habt sie ja trainiert und seid auf den einzelnen Entfernungen sicher eingeschossen.
Das trifft für die Trainingszielscheibe wohl auch zu, was nicht trainiert wurde sind die verschiedenen Sichtweisen unterschiedlicher Ziele in unterschiedlicher Umgebung. Man muss sich an die Umgebung gewöhnen muss lernen die Entfernung einzuschätzen und das auf der Zielscheibe gelernte auf 3D-Ziele zu übertragen bzw. neu zu erlernen.
Beim Schießen auf 3d-Ziele auf einem schönen Parcours oder auf einem Turnier haben Faktoren wie Größe des Ziels, Entfernung, Gegebenheit der Umwelt Wind und Wetter großen Einfluss. Das genau macht den Reiz aus, es kann einfach nicht lang oder weilig werden weil man sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen und neue Situationen bewältigen muss.

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